Psychoanalytische Behandlung

Die psychoanalytische Behandlung von Kindern und Jugendlichen zielt darauf ab, unbewusste seelische Konflikte hinter Symptomen durch symbolische Ausdrucksformen (Spiel, Zeichnungen, Fantasie) und später verbale Gespräche zu verstehen und zu bearbeiten, wobei die sichere therapeutische Beziehung zum/ zur Therapeuten/in ein wichtiger Bestandteil ist (Aufbau von epistemischem Vertrauen).

Es gibt verschiedene Verfahren, wie die klassische analytische Psychotherapie (AP) bei tiefen verwurzelten Konflikten und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) bei aktuellen Problemen. Beide Therapieverfahren basieren auf psychodynamischen Theorien und sind auch in Kurzzeitformen möglich.

Grundlagen und Ziele

  • Verständnis unbewusster Konflikte: Hinter Symptomen wie Angst, Depression, Essstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten stecken oft unbewusste Probleme, die aufgedeckt werden sollen.
  • Sichere therapeutische Beziehung: Die Beziehung zum Therapeuten bietet Sicherheit, um Gefühle zuzulassen und zu verarbeiten, die im Alltag vermieden werden.
  • Individuelle Behandlungspläne: Für jedes Kind wird ein individueller Plan erstellt, der Alter und Entwicklungsstand berücksichtigt.

Methoden und Techniken

Für jüngere Kinder:

  • Spieltherapie, nutzt das Spiel (Sandspieltherapie, Fantasie-, Rollenspiele) als natürliche Sprache, um Einblicke in die innere Welt des Kindes zu gewinnen.
  • Symbolischer Ausdruck: Deutung von Zeichnungen, Geschichten und Märchen, Tagträumen, magischem Denken, etc.

Für Jugendliche (ab ca. 10-12 Jahren):

  • Verbal-analytische Gespräche: Stehen stärker im Vordergrund, ähnlich der Erwachsenentherapie.
  • Fokus auf aktuelle Konflikte: Bearbeitung von Problemen im „Hier und Jetzt“ vs. „Dort und Damals“, die mit inneren Konflikten zusammenhängen.

Indikationen

  • Angststörungen, Depressionen, Essstörungen, Zwangsstörungen, Enuresis/Enkopresis, Regulationsstörungen, Traumata.

Wichtige Aspekte

  • Jugendliche ab 15 dürfen auch anonym zur Therapie; in Ausnahmen (wie Angst vor Konsequenzen, bei sexuellen Übergriffen und/ oder Inzest, etc. auch früher). Vorher bitte mit mir Kontakt aufnehmen.
  • Verschwiegenheit: Therapeuten unterliegen der Schweigepflicht gegenüber den Eltern, was die Vertrauensbasis stärkt.

Weitere interessante Informationen zur Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen finden Sie im Elternratgeber der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).

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